Bildung – in Kenia kostbar!

Schulwege, zu Fuß versteht sich, von fünf und mehr Kilometern, durch den Busch und durch Flussfurte bremsen die Kinder in Kenia nicht, zur Schule zu gehen. Seit die achtjährige Grundschule schulgeldfrei ist, können sich auch Ärmere den Schulbesuch leisten. Mehr als eine Million Schüler zusätzlich müssen jetzt die Primary Schools verkraften. Die Kinder sind hungrig nach Bildung, so der Schulminister der County-Regierung von Kwale in Kenia, Mangale Munga Ndegwa, bei seinem Besuch unserer Schule.

Begeistert war der Besucher von der Ausstattung im naturwissenschaftlichen Trakt. Die Lehrerlaboratorien, wie er es nannte, also die Vorbereitungsräume in Chemie, Physik und Biologie, fand er spitze. Im Werkbereich freute er sich am Werkzeug- und Gerätepark. Der Unterricht im Fach Informationstechnologie brachte den County-Minister zum Träumen: so sollten die Schulen in seinem Distrikt doch auch bald aussehen. Bis dahin ist noch ein weiter Weg. Lehrermangel, völlig überfüllte Klassen, fehlende Schulbauten sind die Herausforderungen, denen sich gerade Minister Ndegwa zu stellen hat.

Die Unterstützung der Ismaninger Schulgemeinschaft für eine Primary School in Pengo/Kenia führte über die seinerzeitige Schulsozialarbeiterin Astrid Hummeltenberg und die Organisation „Hilfe für Kwale Distrikt e. V.“ zum Besuch aus Kenia. Über 10.000 € brachten die Realschülerinnen und –schüler in den letzten Jahren für ihre kenianischen Mitschüler auf. Sponsorenläufe, Kuchenaktionen, die „wundersame“ Geldvermehrung über die 10-€-Aktivitäten, die Schülermitverantwortung (SMV), unterstützt vom Verbindungslehrer Norbert Mederer, war höchst kreativ. Der weitere Ausbau der Grundschule schreitet voran. Der Rohbau für das Klassenzimmer der 8. Jahrgangsstufe ist fertig. Das Dach fehlt noch. “Na“, meinte Realschuldirektor Johann Wolfgang Robl, „da fällt unserer SMV schon wieder was ein, damit’s nicht mehr auf die Hefte regnet.“

Minister Mangale Munga Ndegwa ließ sich vom Schulleiter das bayerische Schulsystem erläutern. Das duale System in der Berufsausbildung beeindruckte den Besucher. Sprachliche Verständigungsprobleme traten dank der Dolmetscher keine auf. Studienrätin (RS) Anne Bruckmaier übersetzte ins Englischen, Edi, Realschüler aus der 8. Jgst., und Vorsitzender Rainer Bürkle dolmetschten in die Landessprache Kiswahili. Der Besuch war eine tolle Anerkennung der Unterstützungsleistung und zeigte Globalität als Normalität - gerade auch an unserer Schule.